Elbtalbahn - Bad Schandau

Die Elbtalbahn ist eine zweigleisige elektrifizierte Hauptbahn in der Nähe der Grenze zu Tschechien im Südosten Sachsens. Sie verläuft im Durchbruchstal der Elbe durch das Elbsandsteingebirge und erreicht – das von höheren Mittelgebirgen umschlossene – Tschechien so geografisch recht günstig. Bad Schandau ist eine Kleinstadt, aber als Zentrum der Kurregion auch Fernverkehrshalt.

Stellwerksbeschreibung

Das Elbtal mit Bad Schandau vom Lilienstein aus gesehen

Das Stellwerk beginnt im Westen in Obervogelgesang und verläuft dann zweigleisig und mit wenigen Ausweich- und Überleitstellen bis Bad Schandau, dem Fernverkehrshalt und Grenzbahnhof der Strecke. Das Stellwerk reicht von dort noch einige Kilometer weiter bis es in Schöna an der Grenze endet.

Betrieb

Auf der Strecke verkehren ECs im Zweistundentakt sowie die S-Bahnen im Halbstundentakt. Das Elbsandsteingebirge ist ein Naherholungsraum für Dresden. Zwischen Bad Schandau und Děčín verkehrt eine Os (also eine tschechische RB).

Es gibt folgende Verbindungen im Regionalverkehr:

Regional- und S-Bahn

  • S1: Elbtalbahn - Pirna - Dresden Hbf - Dresden-Neustadt - Coswig
  • RB 71: Elbtalbahn - Pirna
  • Os Elbe-Labe-Sprinter: Elbtalbahn

Güterverkehr

Als einziger elektrifizierter Übergang von Deutschland nach Tschechien ist die Elbtalbahn intensiv durch Güterverkehr befahren. Diese Züge verbinden Tschechien einerseits vor allem im kombinierten Verkehr mit den Überseehäfen in Hamburg, Bremen, Emden und Rotterdam, bedienen andererseits auch die verteilte Chemie-, Stahl- und Automobilindustrie Tschechiens, der Slowakei und Mitteldeutschlands.

Im Moment verkehren etwa 7 bis 8 Güterzüge je Richtung und Stunde. Mit dem Bau der Stellwerke in Leipzig ist eine Reduzierung auf 5 bis 6 Züge geplant, wobei es Spitzen in den Morgenstunden geben wird (z.B. Versorgung von Porsche Leipzig und VW in Zwickau im Nachtsprung).

Fahrzeiten

  • Pirna: 6 Minuten
  • Pirna (über Neustadt): 86 Minuten

Bauplan
Keine Veränderungen vorgesehen.

Besonderes zur und neben der Strecke

Die Strecke ist elektrifiziert, was die Leistungsfähigkeit und Kostensituation der Strecke generell begünstigt. Allerdings werden in Tschechien und Deutschland unterschiedliche Stromnetze befahren. In Deutschland liegt bekanntlich Wechselstrom mit 16 2/3 Hz bei 15 kV und in Tschechien Gleichstrom mit 3 kV an. Auf der Strecke verkehren deshalb sehr viele Mehrsystemelektrolokomotiven. Die DB Baureihe 180/CD Baureihe 372 wurde in den 80er Jahren speziell für diese Strecke entwickelt und später auch auf Strecken nach Polen eingesetzt. Insbesondere zwischen Děčín und Prag und zwischen Pirna und Dresden kann die Relation nach abschnittsweisem Ausbau mit 160km/h befahren werden, weshalb dort für ECs tschechische Loks der Unterbauform 371 eingesetzt werden. Die 180er der Railion werden zukünftig durch neue Loks zum Beispiel der Baureihe 189 ersetzt.

Eine Erhöhung der Reisegeschwindigkeit, zum Beispiel durch Ertüchtigung für Neigetechnikzüge wird derzeit nicht geplant, da dies die Kapazität für Güterzüge weiter belasten würde. Die Strecke gehört zum Paneuropäischen Verkehrskorridor IV der EU, der von Dresden bis nach Instanbul reicht. Im Vergleich zu anderen Strecken dieses Korridors ist der Zustand der Elbtalbahn gut. Schätzungen zur Belastung der Strecke gehen bis 2020 aber von einer weiteren Zunahme aus (2010: 90 Güterzüge pro Tag und Richtung geschätzt 1992; 2015 200 Güterzüge geschätzt 2003), so dass eventuell ab 2010 eine Neubaustrecke parallel durch das Osterzgebirge geplant werden könnte.

Auch für die Elbtalbahn, über die sich Sachsen und Österreich schon 1842 in einem Staatsvertrag einig waren, gab es später eine preußische Konkurrenzverbindung und zwar von Schlesien über die Mährische Pforte Richtung Ostrava. Dort verläuft heute der Großteil des Verkehrs von Polen nach Tschechien.

In Bad Schandau beginnt die Sebnitztalbahn, die zu den landschaftlich reizvollen Nebenbahnen Sachsens gehört.

Der Elbe-Labe-Sprinter gehört sicher zu den kuriosesten Personenzügen auf deutschen Hauptbahnen, da er in der Regel aus einer oder zwei Lok(s) und ein bis drei Wagons besteht.

Weblinks

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