Pirna - Heidenau

Das Stellwerk Pirna - Heidenau ist Teil der 1851 eröffneten Sächsisch-Böhmischen Eisenbahn (Dresden - Bodenbach (heute Děčín)) und steuert die viergleisige Strecke vom Dresdener Südosten bis nach Pirna.

Stellwerksplan

Stellwerksbeschreibung
Das Stellwerk grenzt direkt an Dresden Hbf an und beginnt unten rechts mit dem Haltepunkt Dresden-Strehlen. Bis Heidenau verläuft die Strecke fast schnurgerade durch die südöstlichen Stadtteile Strehlen, Reick, Dobritz, Niedersedlitz und Zschachwitz. An Dresden-Zschachwitz grenzt direkt die Stadt Heidenau an.

In Heidenau zweigt die Müglitztalbahn nach Altenberg, eine eingleisige nicht elektrifizierte Nebenbahn, ab. Wenn im Winter im etwa 700m hoch gelegenen Altenberg Wintersportverhältnisse herrschen, fahren zwei Zugpaare täglich als RE 19 direkt von Dresden Hbf nach Altenberg. In einem leichten Linksbogen führt die Hauptbahn nun weiter durch Heidenau Süd und Heidenau-Großsedlitz und erreicht schließlich die Kreisstadt Pirna.

Pirna ist Endbahnhof der S-Bahn-Linie S2 sowie Ausgangspunkt der eingleisigen nicht elektrifizierten Nebenbahn nach Neustadt(Sachs). Hier endet auch die viergleisige Strecke und führt ab hier zweigleisig und dem Elbverlauf folgend ins Elbsandsteingebirge, auch Sächsische Schweiz genannt.

Etwas zur Geschichte
Nach ca. 6 Jahren Bauzeit wurde 1848 die Strecke Dresden - Pirna eröffnet und weitere 3 Jahre später 1851 die komplette Strecke bis Bodenbach. Um der wachsenden Bedeutung dieser Strecke gerecht zu werden, wurde 1915 mit dem viergleisigen Ausbau der Strecke Dresden - Pirna begonnen, so dass der Vorortverkehr und Fern- und Güterverkehr von nun an getrennt waren und ein 15-Minuten-Takt bis Pirna erreicht werden konnte. Streckenweise bestand noch ein fünftes Gleis, an dem zahlreiche Anschlüsse der Industrie abzweigten. Nach 1945 mussten vier der fünf Gleise abgebaut und an die Sowjet-Union als Reparationsleistungen übergeben werden. Ab Ende 1950 war die Strecke wieder zweigleisig befahrbar. In diesem Zustand verfiel sie nun in einen Dornröschenschlaf.

Erst nach der deutschen Wiedervereinigung konnte wieder an einen viergleisigen Ausbau gedacht werden. Baustart war 1995 und Ende 2004 ging die umgebaute Strecke samt neuer S-Bahn-Stationen in den planmäßigen Betrieb über. Damit einher gehend konnte auch die S2 bis Pirna verlängert und so wieder ein 15-Minuten-Takt realisiert werden. Die Industrieanschlüsse sind jedoch weitgehend abgebaut und nicht mehr in Betrieb.

Ursprünglich vorgesehen waren allerdings ein 7,5-Minuten-Takt sowie eine weitere S-Bahn-Station "Strehlener Platz" zwischen Dresden-Strehlen und Dresden Hbf. Dies konnte aber aus finanziellen Gründen bislang noch nicht realisiert werden. In Dresden-Reick soll in den kommenden Jahren auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofes Reick eine ICE-Abstellanlage entstehen.

Betrieb
Das Stellwerk unterteilt sich in die S-Bahn und die Güter- und Fernbahn. Auf der S-Bahn verkehren die S1 und S2 jeweils im 30-Minutentakt sowie im Winter die zwei Zugpaare des RE 19 nach Altenberg oder im Sommer das Zugpaar des RE 20 nach Děčín. Auf der Güter- und Fernbahn fahren im Zweistundentakt die EC in/aus Richtung Prag, ein Nachtzugpaar und eine große Zahl Güterzüge. Während die Höchstgeschwindigkeit auf der S-Bahn 120 km/h beträgt, liegt sie auf der Fernbahn bei 160 km/h. Bei Zugübergaben in Richtung Bad Schandau muss beachtet werden, dass die Streckenhöchstgeschwindigkeit dort allgemein geringer ist (ca. 60 bis 90 km/h) und die EC nicht schneller als die Güterzüge fahren können. Allerdings brauchen die Züge zum Durchfahren der Blöcke länger, weshalb ein Güterzug nicht unmittelbar vor einen folgenden EC gesetzt sollte.

Die S 2 endet die meiste Zeit des Tages in Pirna, zwischen 9 und 12 Uhr allerdings schon in Pirna abwechselnd auf den Gleisen 3 und 4. In der Realität, in der es im Gegensatz zum Sim auch ein Wochenende gibt, endet die S2 an diesem bereits in Dresden Hbf. Die RB 71 nach Bad Schandau und die RB 72 nach Altenberg fahren im Prinzip stündlich. Allerdings endet die RB 71 alle zwei Stunden bereits in Neustadt(Sachs), so dass nur alle zwei Stunden ein Zug bis Bad Schandau durch fährt.

Fernverkehr

  • EC 27 (Zugnummern 170 - 179, 370 - 371): (Budapest Keleti pu. – Wien –) Praha-Holešovice – Elbtalbahn – Pirna - Heidenau – Dresden Hbf – Dresden-Neustadt – Coswig – Elsterwerda - Großenhain – Wünsdorf-Waldstadt – Flughafen Berlin Schönefeld – ESTW Genshagener Heide – Südkreuz - Bln. Hauptbf.(tief) – Moabit-Gesundbrunnen – (ESTW Ruhleben – ESTW Nauen – ESTW Glöwen – ESTW Wittenberge – Hamburg-Altona)
  • D (Zugnummern 376 - 377): Praha-Holešovice – Elbtalbahn – Pirna - Heidenau – Dresden Hbf

RegionalExpress

  • RE 19 (KBS 246.1, Zugnummern 17270 - 17273): Dresden Hbf – Pirna - Heidenau (weiter nach Altenberg)
  • RE 20 (KBS 241.4, Zugnummern 17275, 17276): Dresden Hbf – Pirna - Heidenau – Elbtalbahn (weiter nach Děčín)

RegionalBahn- und S-Bahn

  • S 1 (KBS 241.1): Elbtalbahn – Pirna - Heidenau – Dresden Hbf – Dresden-Neustadt – Coswig
  • S 2 (KBS 241.2): Pirna - Heidenau – Dresden Hbf – Dresden-Neustadt – Bischofswerda - Klotzsche
  • RB 71 (KBS 248, Zugnummern 17910 - 17943): Pirna - HeidenauNeustadt(Sachs) – Elbtalbahn
  • RB 72 (KBS 246, Zugnummern 17850 - 17885): Pirna - Heidenau (weiter nach Altenberg)

Hinweis: Die Zugnummern im Sim sind fortlaufend und können daher geringfügig von diesen hier abweichen.

Güterverkehr
Güterzüge fahren in diesem Stellwerk ausschließlich zwischen den Einfahrten Dresden Hbf und Bad Schandau. Kompliziert werden diese Züge aber durch manche langsame TECs, durch die Einfädelung der S1 in Pirna sowie durch Überholungen der hier schneller fahrenden EC.

Zu Achten ist in diesem Stellwerk auf einige TEC (407xx-er Zugnummern). Diese fahren langsamer als alle anderen Züge.

Fahrzeiten
Nach Dresden Hbf und Elbtalbahn sind direkte Übergaben möglich.
RB 71 von Pirna nach Bad Schandau: ca. 85 min.

Weblinks

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